Vogelfütterung

Ist Vogelfütterung überhaupt sinnvoll?

Winterfütterung ist der erste Gedanke, fällt das Stichwort „Vogelfütterung“. Bei Frost und Schnee einen Meisenknödel und eine Körnermischung für unsere Gartenvögel bereitzuhalten, erschließt sich schnell als Notwendigkeit eines wohlmeinenden Vogelschutzes. Zu Beginn der 1990er Jahre kam dann verstärkt die Diskussion auf, ob Vogelfütterung im Winter überhaupt sinnvoll wäre. Aus Tierschutzsicht hieß es vielfach ja, Wissenschaftller und große Teile der Naturschutzbewegung verneinten jedoch die Frage. Hauptargument für die Ablehnung einer Vogel-Winterfütterung war die Ansicht, von dieser Fütterung profitierten nur wenige solcher Arten, deren Bestand fast durchwegs nicht gefährdet und den Lebensbedingungen der kalten Jahreszeit angepaßt sei.

Gegner der Winterfütterung räumten zwar ein, dass ein beträchtlicher Teil dieser Vögel verhungern würde, andererseits aber dadurch, dass mehr Altvögel die nahrungsarme Zeit überstehen, die Konkurrenz im Frühjahr bei der Besetzung der Reviere stärker sei. Die den einzelnen Paaren zur Verfügung stehenden Areale würden notgedrungen kleiner, das Nahrungsangebot geringer und somit sinke der Bruterfolg.

Die Schlußfolgerung einer solchen Argumentation ist auf eine einfache Formel zu bringen: Wird gefüttert, überleben mehr Vögel; dafür kommen aber weniger Jungvögel hoch. Wird nicht gefüttert, verhungern mehr Vögel im Zuge der natürlichen Auslese; dafür werden die Verluste durch einen Anstieg der Nachkommen ausgeglichen.

Wie man es macht, macht man es also falsch?

Ganz sicher nicht, denn inzwischen gibt es viele gute Gründe für eine Vogelfütterung – und das nicht nur zur Winterszeit! Dieses Kapitel erklärt warum.