Zustand landwirtschaftlicher Nutzflächen

Acker 1Ein seit Herbst brachliegender Acker im Frühjahr nach Schnee und Eis vor der Saat. Das  sichtbare Grün sind vornehmnlich Austriebe von Huflattich und Pferdemelde, zwei sehr hartnäckige „Unkräuter“.

 

TotspritzerUm diesem Aufwuchs den Garaus zu machen, wird Gift gespritzt. Nicht gerade über den ganzen Acker, aber doch reichlich großzügig auch neben den Problemflächen. Zwei Wochen später ist auch der letzte Grashalm gelb und dürr. Lebende Biomasse ist um diese Zeit auf dem Acker nicht mehr auszumachen.

Gülledusche
Gülledusche – Tage vor der Aussaat

Was jetzt folgt vernichtet die Lebewesen in der Ackerkrume, bis zu einem Meter tief. Die ätzende Gülledusche stinkt buchstäblich zum Himmel und tötet jedes Lebewesen, das sie abbekommt. Regenwurm, Assel, Käfer, Larve – es macht keinen Unterschied, der Ackerboden ist für Insekten und Co. unbewohnbar geworden. Das wirklich Schlimme daran ist die Tatsache, daß dadurch eine Humusbildung nicht mehr stattfinden kann. Wenige Tage nach Ausbringung der Gülle wird gepflügt und neu ausgesät; ist die Saat aufgegangen und erreicht der Keimling ein paar Zentimeter Wuchshöhe, kommt die nächste Spritzmitteldusche!

Nahrungssuche auf den Äckern ist also für unsere Vogelwelt im Frühjahr spätestens ab dem Zeitpunkt, zu dem Traktoren nicht mehr im Ackerboden versinken, unmöglich. Achten Sie ruhig einmal darauf, selbst große Vögel wie Krähen, Elstern; Häher, Tauben, Drosseln und Dohlen ziehen Wiesen zur Nahrungssuche vor; sie meiden freie Ackerflächen. Das Dumme ist nur, nach dem frühestmöglichen Grasschnitt erleiden die meisten Wiesen das gleiche Schicksal; schließlich muß die Scheiße ja irgendwo untergebracht werden…